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Ehrenbürger Stolzlechner Herbert

Ehrenbürger Stolzlechner Herbert

Es gibt sie, die Menschen, die über die persönlichen und familiären Verpflichtungen hinaus, ihr Leben, ihren Einsatz in den Dienst anderer stellen. Solch eine Einstellung ist ein Stück gelebte Christlichkeit, ist ein Denken im Sinne der Gemeinschaft, ist aber auch ein Stück Nächstenliebe, auf die so viele Leute immer noch warten und angewiesen sind.

Wenn wir in unserer scheinbar schnelllebigen Zeit immer noch Leute unter uns haben, die über solche Eigenschaften verfügen, dann ist dies zunächst ein Glücksfall für unser Tal. Es ist aber auch ein Ansporn, kleine, kontinuierliche Taten und Einsätze nicht an der Berühmtheit einer Persönlichkeit zu messen, sondern objektiv zu werten, wie jemand seine Fähigkeiten, seinen Einsatz und seine Zeit (und es ist nicht nur die Freizeit) anderen zur Verfügung stellt.

Diese Punkte treffen auf Herbert Stolzlechner zu. Seine Vielseitigkeit, sein Humor, das positive Denken sind Fähigkeiten, die man nicht von Vorneherein hat. Man muss sie sicher erarbeiten, in Kontakt mit anderen, jeden Tag von Neuem, muss zunächst einmal geben und dann nehmen. Vielleicht gelingt dem Herbert dies vor allem deshalb, weil er in seinen Menschen immer das Positive gesehen hat, weil er den Mitmenschen mit Humor begegnet und jenes Einfühlungsvermögen besitzt, das es ihm erst ermöglicht hat, die vielen Stationen im Jugend-, Vereins- und Dorfleben zu durchlaufen:

  • Der berufliche Werdegang war geprägt von seiner Tätigkeit als Lehrer: 31 Jahre Arbeit mit der Jugend von Steinhaus und St. Johann, davon 4 Jahre als Direktor, Schulleiter und guter Geist an der Volksschule St. Johann.
  • 1952 trat er in die Musikkapelle von St. Johann ein, war 40 Jahre aktives Mitglied, davon 22 Jahre Kapellmeister, inzwischen Ehrenkapellmeister und immer noch Ansprechpartner für die Musikkapelle St. Johann.
  • Beim damaligen Verschönerungsverein (heute Tourismusverein) war er 1956 Gründungsmitglied, Ausschussmitglied und langjähriger Schriftführer.
  • 1966 gründete er die Theatergruppe von St. Johann und war ihr Spielleiter. Legendär sind die Auftritte in der alten Volksschule in St. Johann; 1997 wurde die Spielgruppe neu aktiviert mit ihm als Organisator und Spielleiter.
  • Von 1964 bis 1974 vertrat er die Bevölkerung im Gemeinderat und arbeitete 20 Jahre lang im Pfarrgemeinderat. Auch bei der Friedhofssanierung war eine wichtige Stütze.
  • Seine Krankheit hindert ihn nicht daran, anderen jene Zuwendung zukommen zu lassen, die es so notwendig brauchen und es verdient haben: den Seniorinnen und Senioren von St. Johann und den Leuten im Altenheim. Dort im Ausschuss tätig, lässt er wöchentlich andere an seiner positiven Lebenseinstellung teilhaben. Mit seiner Chronistentätigkeit würdigt er die Leistungen anderer, als Leiter der Krippenbauer trägt er ein Stück Ahrntaler Kulturtätigkeit mit.
  • Dass man auch mit Vorbildleistungen einiges bewirken kann, zeigt sicherlich das lebendige Vereinsleben in St. Johann, das heute noch Bestand hat; vielleicht orientiert man sich an Herbert, und erhält am Beispiel von ihm jenen Ansporn und die Ausdauer, die ein Vereinsleben Obleuten und Verantwortlichen abverlangt.
  • 1998 erhielt er die Verdienstmedaille des Landes Tirol, um nur eine seiner vielen Ehrungen zu erwähnen. Wenn ihm jetzt die Gemeinde Ahrntal die Ehrenbürgerschaft verleiht, so wendet sie sich in ihm als Person jener Gruppe zu, die still und die persönlichen Interessen zurücknehmend viel geleistet haben und für unser Tal wichtige Botschafter sind. Auch stellvertretend für sie ist diese Ehrung gedacht.

Ein Faktor darf in dieser Ausführung nicht unerwähnt bleiben: seine Familie. Dass seine Frau Johanna sein Schaffen stets unterstützt und mitgetragen hat, erscheint uns als Außenstehende als Selbstverständlichkeit; sicher war es manchmal auch ein Opfern der gemeinsamen Zeit und ein Stützen bei all den Lasten, die Herbert auf sich genommen hat.
Möge ihm und seiner Frau Gesundheit und Gottes Segen weiterhin lange vergönnt bleiben, damit sie die Lebensfreude weiterhin genießen können. Und möge ihnen nur ein Bruchteil jener Hilfe zuteil werden, die sie anderen so gerne haben zukommen lassen.

Dies wünschen ihnen von ganzem Herzen die gesamte Bevölkerung des Ahrntales.